Beware of names: Validating name-based status and gender cues in Italy, Germany, and the United States
03.06.2026
Neue Veröffentlichung von Alisia Bauer & Anna Zamberlan
03.06.2026
Neue Veröffentlichung von Alisia Bauer & Anna Zamberlan
Welche sozialen Signale senden Namen; und können Forschende diese zuverlässig kontrollieren? Diesen Fragen gehen Alisia Bauer und Anna Zamberlan (LMU München) in einer gemeinsamen Publikation in Acta Sociologica nach.
In einem ländervergleichenden Survey-Experiment bewerteten 900 Befragte aus Italien, Deutschland und den USA knapp 18.000 Vor- und Nachnamenkombinationen, jeweils rund 120 Vor- und 120 Nachnamen pro Land, hinsichtlich des wahrgenommenen sozialen Status, Geschlechts, Alters und ethnischen Hintergrunds.
Die Ergebnisse zeigen, dass Namen, die hohen bzw. niedrigen Status signalisieren sollen, tatsächlich unterschiedlich wahrgenommen werden: Der Medianunterschied auf einer 11-Punkte-Skala beträgt in allen drei Ländern mindestens einen Punkt und weitet sich in Deutschland auf zwei Punkte aus. Allerdings zeigt sich, insbesondere in den USA, eine erhebliche Überlappung zwischen den beiden Statusgruppen. Das wahrgenommene Geschlecht stimmte weitgehend mit den Absichten der Forscherinnen überein, jedoch nicht ohne nennenswerte Fehlzuordnungen: In Deutschland wurden über 5% der weiblich intendierten Namen als männlich eingestuft, in den USA waren es über 6%. Darüber hinaus lösten Namen auch unbeabsichtigte Wahrnehmungen aus: Namen, die mit höherem Alter oder einer Mehrheitszugehörigkeit assoziiert wurden, erhielten durchgängig höhere Statusbewertungen. In Italien und den USA wurden Namen, die als einer ethnischen Minderheit zugehörig wahrgenommen wurden, mit deutlich niedrigerem Status bewertet als solche der Mehrheitsgruppe, in Deutschland blieb dieser Zusammenhang hingegen aus.
Die Autorinnen argumentieren, dass solche intersektionalen Wahrnehmungen ein ernstes Konfundierungsrisiko in der Experimentalforschung darstellen, und empfehlen, Namens-Stimuli entweder vor dem Einsatz sorgfältig zu validieren oder begleitende Wahrnehmungen in den Analysen statistisch zu berücksichtigen. Um dies zu erleichtern, stellt die Studie vorvalidierte Namenslisten sowie ein öffentlich zugängliches Replikationspaket zur Verfügung.