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Gender inequality in housework beyond retirement: Persistence across UK breadwinning arrangements

10.09.2026

Neue Veröffentlichung von Anna Zamberlan

Anna Zamberlan untersucht, ob der Übergang in den Ruhestand die geschlechtsspezifische Aufteilung der Hausarbeit in unterschiedlichen Paaren verändert; und ob es dabei einen Unterschied macht, wer vor der Rente hauptsächlich zum Haushaltseinkommen beigetragen hat.

Die Autorin nutzt Paneldaten aus dem British Household Panel Survey und der UK Household Longitudinal Study (1992–2025), mit 15.747 Personen, 50.237 Beobachtungen und 2.117 beobachteten Renteneintritten. Mit sogenannten "dummy impact functions" wird untersucht, wie sich die wöchentliche Hausarbeitszeit bis zu fünf Jahre nach dem eigenen oder dem Renteneintritt des Partners bzw. der Partnerin verändert.

Es zeigt sich: Sowohl Männer als auch Frauen erhöhen nach dem eigenen Renteneintritt ihre Hausarbeitszeit. Männer steigern sie im Rentenjahr um rund 2,24 Stunden pro Woche (von etwa 5 auf 8 Stunden), Frauen um rund 2,73 Stunden (von etwa 14 auf 16 Stunden). Während der Effekt bei Männern über die Jahre wieder etwas abnimmt, wächst er bei Frauen sogar weiter an.

Der Frauenanteil an der Hausarbeit sinkt zwar um rund 8 Prozentpunkte, wenn der Mann in Rente geht, und steigt um denselben Betrag, wenn die Frau in Rente geht, bleibt aber in beiden Fällen deutlich über 50 Prozent (rund 67 % bzw. knapp 80 %).

Auch die Differenzierung nach Verdienstkonstellation vor der Rente (männlicher Hauptverdiener, gleichberechtigte Verdiener, weibliche Hauptverdienerin) zeigt: In keiner Konstellation nähert sich der Frauenanteil einer Gleichverteilung an. Entgegen ökonomischer Erwartungen erhöhen männliche Hauptverdiener ihre Hausarbeit nach der Rente nicht stärker als Männer in gleichberechtigten Partnerschaften; ihr absolutes Hausarbeitspensum bleibt sogar am niedrigsten. Bei Frauen hingegen scheinen relative ökonomische Ressourcen die Anpassungen klarer zu strukturieren: Hauptverdienerinnen zeigen tendenziell (wenn auch nur schwach signifikant) die stärkste Zunahme, während Frauen, deren Partner der Hauptverdiener war, ihre Hausarbeit nach dessen Rente deutlicher reduzieren als Frauen in gleichberechtigten Partnerschaften.

In Haushalten mit weiblicher Hauptverdienerin deuten sich zudem Anzeichen einer Rückkehr zu traditionelleren Rollenmustern an: Der wirtschaftlich abhängige Mann erhöht seine Hausarbeit nach der eigenen Rente zunächst, fällt aber fünf Jahre später unter sein Vorrentenniveau zurück, während die Hauptverdienerin ihre Hausarbeit nach der Rente des Partners nicht signifikant verändert. Da diese Befunde auf der kleinsten Teilstichprobe beruhen, sind sie als vorläufig einzustufen.

Fazit der Studie: Der Ruhestand wirkt in keiner Verdienstkonstellation als Gleichmacher. Über alle Haushaltstypen hinweg bleibt die Ungleichheit in der Hausarbeitsteilung bestehen; nicht, weil sich nichts ändert, sondern weil sich beide Partner:innen anpassen, ohne dass dies zu einer gleichberechtigten Aufteilung führt.

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