Subjective Inequity Aversion: How Perceived Unfair Inequality Affects Subjective Well-being
03.06.2026
Neue Veröffentlichung von Sandra Bohmann und Fabian Kalleitner
03.06.2026
Neue Veröffentlichung von Sandra Bohmann und Fabian Kalleitner
Sandra Bohmann und Fabian Kalleitner gehen der Frage nach, ob nicht die objektive Ungleichheit, sondern die subjektiv wahrgenommene Unfairness von Einkommensunterschieden mit dem subjektiven Wohlbefinden zusammenhängt.
Die Autor:innen nutzen Querschnittsdaten der European Social Survey (Welle 9, 2018/19) aus 28 europäischen Ländern (N=14.804). Als Robustheitscheck werden zusätzlich Paneldaten des deutschen SOEP (2017, 2019, 2021) ausgewertet.
Es zeigt sich: die Lebenszufriedenheit und das Glücksempfinden sinken, je unfairer Menschen ihr eigenes Einkommen wahrnehmen. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt, wenn Menschen glauben, unfair zu wenig zu verdienen.
Zudem steigt das subjektive Wohlbefinden, wenn Spitzeneinkommen als fair wahrgenommen werden. Für die Fairness-Wahrnehmung niedriger Einkommen fand sich hingegen kein statistisch signifikanter Zusammenhang mit dem Wohlbefinden.
Die Hypothese, dass Bevorzugung dem Wohlbefinden weniger schadet als Benachteiligung, ließ sich statistisch nicht eindeutig bestätigen. Die Ergebnisse deuten zwar in diese Richtung, sind aber aufgrund der geringen Zahl an Befragten mit entsprechender Wahrnehmung nicht präzise genug für einen signifikanten Nachweis.
Ein weiterer Befund: Als ungerecht empfundene Verhältnisse wirken sich stärker auf das Wohlbefinden aus, wenn sie das eigene Einkommen betreffen, als wenn sie das Einkommen anderer betreffen. Auch reagieren Menschen sensibler auf wahrgenommene Ungerechtigkeit am oberen Ende der Einkommensverteilung als am unteren Ende: Auch wenn viele Befragte der Ansicht sind, dass Geringverdienende unfair zu wenig verdienen, wirkt sich das weniger stark auf das Wohlbefinden aus als die Wahrnehmung, Reiche würden unfair zu viel verdienen.