Rahel Zelenkowits, M.A.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Institut für Soziologie
Büroadresse:
Konradstraße 6
Raum 211
80801 München
Sprechstunde:
nach Vereinbarung per E-Mail
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Institut für Soziologie
Büroadresse:
Konradstraße 6
Raum 211
80801 München
Sprechstunde:
nach Vereinbarung per E-Mail
Die Plattformarbeiter:innen – eine situationsanalytische Betrachtung reproduktiver Dienstleistungsarbeiten auf digitalen Plattformen
Das alltägliche Caring, Cooking und Cleaning kann simpel, flexibel und in kürzester Zeit mittels digitaler Plattformen wie betreut.de ausgelagert werden. Die Plattformökonomie reagiert dabei auf die Krise der sozialen Reproduktion und erzeugt eine neue Arbeiter:innenschaft im reproduktiven Dienstleistungssektor – die Plattformarbeiter:innen. Wissenschaftliche und interessenpolitische Diskurse konzentrieren sich besonders auf die öffentlichen (zumeist männlich konnotierten) Ausliefer- und Transporttätigkeiten, während weiblich codierte ‚Gig-Arbeiten‘ wie putzen oder betreuen in privaten Wohnräumen oft unsichtbar bleiben. Mit der Plattformisierung des sozial-reproduktiven Niedriglohnsektors wird – so die Annahme – die feminisierte, zunehmend ethnisierte und deklassierte Zuordnung von Ver- und Fürsorgearbeit in Privathaushalten fortgesetzt und zugleich im sozialen Raum der Produktions- und Reproduktionsverhältnisse neu verteilt. Die Verortung, wer wie und wo die soziale Reproduktion aufrechterhält, ist verknüpft mit der Frage nach gesellschaftlicher Teilhabe entlang der Kategorien von bezahlten oder unbezahlten, privaten oder öffentlichen, anerkannten oder abgewerteten Formen von (ver-)sorgender Arbeit. Der Frage, wo und wie Menschen im Rahmen plattformförmiger Reproduktionsarbeit für soziale Aufstiege und gegen soziale Abstiege kämpfen, nähert sich das Promotionsprojekt qualitativ-empirisch mittels des Forschungsstils der Grounded Theory Methodology sowie deren situationsanalytischen Erweiterung.