Abgeschlossene Projekte

Eine Auswahl schon abgeschlossener Projekte aus unserem Lehrbereich.

In Guter Gesellschaft

Doing Exclusivity als Modus der Reproduktion sozialer Ungleichheiten am Beispiel von Serviececlubs und Adelsverbänden

Im Rahmen dieses DFG-Projekts untersuchte Dr. Käthe von Bose Clubs und Verbände die nicht für jede_n zugänglich sind und als „elitär“ gelten. Das ethnografisch angelegte Projekt fragte danach, wie in diesen Zusammenhängen Zugehörigkeit hergestellt wird und welche Rolle Exklusivität dabei spielt. Ziel war es, herauszufinden, ob und wie das "Doing Exclusivity“ der Clubs und Verbände zur Herstellung und zum Erhalt sozialer Ungleichheiten und der Konstruktion von gesellschaftlichen „Eliten“ beiträgt.

Projektbeginn
April 2021
Projektende
Februar 2025
Leitung
Dr. Käthe von Bose

ForGenderCare

Das Thema Care (Fürsorge) wird vor dem Hintergrund intensiver gesellschaftlicher Dynamiken wie dem demografischen Wandel oder von Globalisierungsprozessen zunehmend zu einer zentralen gesellschaftspolitischen Herausforderung. Insbesondere im Lichte sich wandelnder Geschlechterverhältnisse rückt dabei die Frage, wer und in welcher Weise für wen Care leistet, zunehmend in den Mittelpunkt gesellschaftlicher Auseinandersetzungen.

Der Forschungsverbund ForGenderCare greift dazu die Komplexität der bayerischen Regionen und Sozialstrukturen auf. Dabei werden die Analysen stets den Fokus auf Bayern richten, um konkrete bayerische Bedarfe, Spezifika und Entwicklungspotenziale ausloten zu können.

Insgesamt wurden 12 Forschungsprojekte an Universitäten und Hochschulen in ganz Bayern mit über 3 Mio Euro für einen Zeitraum von 4 Jahren gefördert; die Disziplinen reichten von Medizin und Technik- und Ingenieurwissenschaften über BWL/Management, Pädagogik, Soziale Arbeit und Medienwissenschaften bis zur Geschichte, Soziologie und Philosophie.

Das Teilprojekt TP12 mit dem Thema "Heute nicht mehr, und wenn auf'm Land‘ –Vorstellungen junger Erwachsener (in Bayern) zur Gestaltung von Fürsorge" wurde von Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky geleitet.

"Es entsteht eine neue Dienstmädchenkultur"
LMU Newsroom im Interview mit Prof. Dr. Paula-Irene Villa Baslavsky

ForGenderCare war Teil der LMU München. Dr. Susanne Schmitt übernahm die Geschäftsführung des Forschungsverbundes. Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky war gemeinsam mit Prof. Dr. Thiessen (HAW Landshut) Sprecherin .

Projektbeginn
Juli 2015
Projektende
Juni 2019
Leitung (Teilprojekt)
Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky

Frauen in der Architektur

Eine Vorstudie zur Entwicklung eines drittmittelfinanzierten Forschungsprojektes über fachkulturell relevante geschlechtergerechte Veränderungen in der Architektur (Geschlechtergerechtigkeit in der Architektur)

Im Rahmen der Studie „Geschlechtergerechtigkeit in der Architektur“ wurde untersucht, wohin sich Architektinnen entwickeln und ob es einen strukturellen Drop-out gibt, der durch fachkulturell begründete Exklusionsmechanismen dazu führt, dass Frauen nicht in ihrem Beruf ankommen bzw. dort nicht in Führungspositionen gelangen. Hierfür wurden vorhandene Daten und Statistiken analysiert und interpretiert. Anhand von ExpertInneninterviews wurde ein tieferer Einblick in die Fachkultur herausgearbeitet. Hierzu wurden weibliche und männliche Architekturschaffende aus unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen befragt, sowie Personen, die Architektur zwar studiert haben, den Beruf aber nicht ausführen. Die Vielzahl und Vielfalt der offenen Forschungsfragen zeigt den Bedarf nach weiterführender Forschung. Gleichzeitig machen die empirischen und quantitativen Beweise der Studie und ihre Visualisierung sehr deutlich, dass Geschlecht im Architekturberuf ein Thema ist, das nicht allein durch Abwarten geregelt wird. Die vorliegenden Informationen müssen bereits jetzt Anreiz für Veränderungen und die Entwicklung einer neuen Kultur in der Architekturbranche sein

Projektbeginn
Januar 2018
Projektende
Dezember 2018
Leitung
Sandra Schuster
Mitarbeitende
Prof. Hermann Kaufmann
Anne Niemann
Mirjam Elsner
Prof. Dr. Susanne Ihsen †
Dr. Tanja Kubes
Jenny Schaller
Elisabeth Wiesnet
Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky
Marlene Müller-Brandeck

Ernährung, Gesundheit und soziale Ordnung in der Moderne

Deutschland und die USA im Vergleich

Ernährung und Essen zielen nicht bloß auf eine adäquate Versorgung des Körpers mit Nährstoffen ab; darüber hinaus spielen Fitness und Selbstoptimierung auch eine zentrale Rolle im Verhältnis von Individuum und Gesellschaft. Das interdisziplinäre Team aus den Geistes-, Gesellschafts- und Gesundheitswissenschaften wird am Beispiel der USA und der Bundesrepublik Deutschland untersuchen, welche Bedeutung Ernährung und Gesundheit für die Ordnung moderner Gesellschaften vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart besitzen.

Durch eine quantitative und qualitative sozio-historische Herangehensweise sollten transnationale Abhängigkeiten sowie nationale, regionale und lokale Besonderheiten herausgearbeitet werden. Die Ergebnisse fließen in verschiedene Publikationen ein, u.a. zu Kalorien, Fitness, Risikofaktoren und Stigmatisierung in Geschichte und Gegenwart

Prof. Villa Braslavsky leitete zwei empirische Teilprojekte:

TP 05: ‚Die dicken Amis‘: Ko-Konstruktionen des Nationalen und Natürlichen im deutschen Adipositas-Diskurs der Gegenwart

Eine Thematisierung von Deutungsmustern von Körpergewicht und -form aus intersektionaler und transatlantischer Perspektive. Es fragt nach den alltäglichen Konstruktionen des ‚Eigenen’ versus des ’Anderen’ im deutschen Diskurs zu übergewicht, wo der Topos der ‚dicken Amerikaner’ ein auffälliges Muster ist.

Das Teilprojekt untersucht, inwiefern die deutschsprachige Alltagsrede über Adipositas als Gesundheitsproblem anti-amerikanisch gefärbt ist und wie an den Topos ‚Amerika’ eine Reihe moralisch-normativer Projektionen geheftet werden, die insbesondere der Versicherung einer eigenen ‚deutschen Natürlichkeit’, gar überlegenheit, dienen. Diese wird dabei einer ‚amerikanischen Künstlichkeit’ als kulturelle Substanzlosigkeit gegenübergestellt. Dies ist eine auch milieuspezifische Annahme.

TP 06: Quantified Self: Fitness, Vermessung und technologisierte Selbstverhältnisse

Das Teilprojekt untersucht Praktiken und Logiken zeitgenössischer technologisierter Selbstbeobachtung, -kontrolle und -optimierung im Bereich von Ernährung, Fitness und Gewicht. Der empirische Fokus liegt auf dem Kontext ‚Quantified Self’ (QS), der qua digitaler Technologie und entsprechender Vergemeinschaftungspraxen neue Formen des Selbstverhältnisses kreiert, die eng mit dem Konzept des ‚Körpers als Rohstoff’ verknüpft sind.

Konkret werden beim QS via Handy-Apps, Gadgets und Software verschiedenste Körperfunktionen und -ströme gemessen, quantifiziert und in social media hochgeladen. Daten zu Körperfunktionen und weiteren Aspekten wie Geldausgabe oder (vermeintliche) Stimmungsparameter werden dabei zur Grundlage von Praxis, Kommunikation und Vergemeinschaftung. Das TP untersucht die praxeologische Dimension der Kombination von Technologie und Selbstverhältnissen in der Verschränkung von Ernährung, Gesundheit, Fitness und Gewicht.

Interdisziplinärer Forschungsverbund gefördert durch die Volkswagen-Stiftung.

Projektbeginn
Projektende
2016
Leitung (Teilprojekte)
Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky
Mitarbeitende
Tanja Robnik (TP 05)
Tristan Dohnt (TP 06)

Abgeschlossene Dissertations- und Habilitationsprojekte

TitelVerfasser*inWeiterführende Informationen
"'Music For Men'? Die diskursive Geschlechterordnung in Musikzeitschriften des Indie-Rock im beginnenden 21. Jahrhundert"Dr. des. Nadine SanitterManuskript
"Device activism: an ethnography of patient activism at the intersection of chronic (self)care and open-source innovation in Type 1 Diabetes"Dr. Bianca JanskyManuskript
"Über die Unwahrscheinlichkeit der Männlichkeitsforschung: Genealogie eines Forschungsfeldes"Dr. des. Jana FritscheManuskript
"(Queere) Femme-ininität in Deutschland: Eine rekonstruktive Studie zu subkulturell-politischen Gemeinschaften"Dr. Svenja SpyraManuskript
"'Richtig' Essen - Grenzziehungen im Diskurs um gesunde Ernährung"Dr. des. Tanja RobnikManuskript
"MINT-Berufs-/Studienfachwahl, Gender und Familie"Dr. phil. habil. Yves Jeanrenaud
"Auspowern und Empowern? Eine Ethnografie queerer Fitnesskultur"Dr. des. Corinna SchmechelManuskript
"Handlungsfähigkeit im digitalen Zeitalter"Dr. habil. Tanja Carstensen
"Kosmetische Chirurgie im Online-Diskurs: Alter, Geschlecht und Fitness im Fokus ärztlicher Websites"Dr. phil. Steffen Loick MolinaManuskript

"Arbeit für Anerkennung – Anerkennung für Arbeit: Anerkennungsordnungen in Familien"
Dr. des. Lucia KilliusManuskript
"Care anders denkenVorstellungen junger Erwachsener zur Gestaltung von Fürsorge"Dr. Maik Stöckinger (geb. Krüger)Manuskript
"Relativismus und Relationismus. Die Figuren des Fremden und des Weiblichen bei Georg Simmel."Dr. des. Sonja EngelManuskript
"Social Freezing – Reproduktionsmedizin im Spannungsfeld zwischen Risiko, Moral und Verantwortung"Dr. Julia FeilerManuskript
"Schwul sein und älter werden: Selbstbeschreibungen älterer schwuler Männer"Dr. Lea SchützeManuskript
Biographische Orientierungen im Bildungsverlauf: Eine rekonstruktive Studie im städtischen ChinaProf. Dr. Yvonne BergerManuskript
"Körper Gabe: Ambivalente Ökonomien der Organspende"Prof. Dr. Mona MotakefManuskript
"Zwischen Vorbild und Verdacht: Wie Männer im Erzieherberuf Männlichkeit konstruieren"Dr. Anna BuschmeyerManuskript
"Anerkennung – Macht – Hierarchie: Praktiken der Anerkennung und Geschlechterdifferenzierung in der Chirurgie und im Friseurhandwerk"Prof. Dr. Gabriele FischerManuskript
"Gefährlich oder gefährdet?Diskurse über Sexarbeit zur Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in Südafrika"Prof. Dr. Carolin KüppersManuskript
"Die protokollierte gute Mutter in Kindstötungsakten. Eine diskursanalytische Untersuchung"Prof. Dr. Eva TolaschManuskript
"Überschüssiges Gewebe: Intimchirurgie zwischen Ästhetisierung und Medikalisierung"Dr. Anna-Katharina MeßmerManuskript
"The spatial negotiations of local gender norms in the Turkish province Hataye"Dr. Emine Gökçen YükselAbstract
"Family as a Nexus of Practices: New Onto-epistemological Foundations for the Definition of Humans an Human Relations and the Consequences for the Definition of Family"Dr. Cornelia Schadler
"Doing Beauty (Work)" (Arbeitstitel)Dr. Isabel Klein