Prüfungsleistungen

Wir legen großen Wert auf eine klare, präzise Argumentation. Ob Hausarbeit, Referat oder Abschlussarbeit – eine werturteilsfreie Analyse ist essenziell. Bitte beachten Sie auch unbedingt unsere Literaturhinweise zum wissenschaftlichen Arbeiten.

Hausarbeiten / Essays

Hausarbeiten sollen eine Frage beantworten bzw. diskutieren, in einen soziologischen Diskurs einführen und bestimmte Bezugsprobleme erörtern. Sie sind sozusagen kleine Aufsätze (ähnlich wie Zeitschriftenartikel). Es sind Texte für (mindestens einen) Leser, den sie über Inhalte ins Bild setzen sollen. Vor allem sollen sie auch eine eigene Argumentation beinhalten und sich nicht nur in der Paraphrase bereits niedergeschriebener Gedanken erschöpfen.

Für schriftliche Arbeiten wie Hausarbeiten und Essaysammlungen, insbesondere für Übungen, Seminare und Forschungskraktika haben wir ausführliche Tipps in einem Merkblatt (PDF, 220 KB) zusammengetragen.

Bitte beachten Sie, dass jede schriftliche Arbeit eine unterschriebene, vom Institut für Soziologie zur Verfügung gestellte Eigenständigkeitserklärung enthalten muss. Sie können sowohl die deutsche als auch die englische Version herunterladen.

Es gehört mit zu den Lernzielen, dass Sie selbst eine Fragestellung und Themenformulierung finden. Dieser erste Arbeitsschritt ist oftmals der schwierigste. Deshalb hier einige Ratschläge.

  • Lösen Sie sich von der Vorstellung, Sie müssten erst ein Thema haben, dann eine Gliederung entwerfen, diese ausführen – und fertig! Der übliche Arbeitsweg verläuft vielmehr genau umgekehrt: Erst kommen partielle schriftliche Ausarbeitungen, die sich dann im Laufe des Schreibprozesses zu einer argumentativen Gliederung zusammenführen lassen sollten, dann erst, ganz am Schluss, schreibt man Titel und Einleitung.

  • Ausgangspunkt für das Finden einer Themenstellung ist, dass Ihnen irgendein Problem aufgefallen ist, d.h. etwas, das von irgendeinem Gesichtspunkt aus unwahrscheinlich ist; z.B. etwas, worüber Sie sich gewundert haben, das Ihnen noch unklar ist, oder ein Punkt, der Ihnen in der Seminardiskussion nicht befriedigend gelöst worden zu sein scheint, in welchem Sie anderer Meinung waren als der Dozent, oder der in der Forschung Ihres Erachtens nicht richtig dargestellt wird, usw. Um so ein Problem zu finden, arbeitet man am besten das Seminarskript noch einmal sorgfältig durch, liest einzelne Textstellen erneut und geht auch einmal diesem oder jenem Literaturhinweis nach. (Wenn Sie dann noch immer kein Problem gefunden haben, sollten Sie sich fragen, ob Sie wirklich das Fach studieren, das Sie interessiert.)

  • Widmen Sie sich den Abschnitten, die Ihnen auffällig geworden sind, an denen Sie 'hängengeblieben' sind, und versuchen Sie, herauszufinden, weshalb Sie auf sie aufmerksam geworden sind, welches Problem in diesen Textstellen liegt. Versuchen Sie dann, Ihre Ergebnisse auf einer höheren Abstraktionsstufe zu ordnen, thesenhaft zu formulieren und in einer Argumentationsskizze (= Vorstufe der Gliederung) systematisch zusammenzustellen. Der argumentative Fluchtpunkt dieser Skizze ergibt Ihren Arbeitstitel. Gehen Sie dann an die schriftliche Ausarbeitung.

  • Lassen Sie sich nicht irritieren, wenn Sie im Laufe der Ausarbeitung die Gliederung mehrmals umstellen und den Titel neu formulieren müssen. Das ist ein Zeichen dafür, dass Sie tatsächlich etwas entwickelt und Neues herausgefunden (und nicht nur einen Oberflächenbefund ausformuliert) haben.

  • Das akademische Lernen ist forschendes Lernen! Gehen Sie nicht zu früh an die Sekundärliteratur. Sie müssen erst eigene Fragen und Thesen im Kopf haben, bevor Sie entscheiden können, welche Aufsätze Sie brauchen können und welche der dort aufgestellten Thesen von Ihnen diskutiert und in Ihre Arbeit einbezogen werden sollten.

Das Titelblatt sollte Informationen zu den folgenden Punkten in gefälliger Anordnung anbieten:

  • Vor- und Zuname der Verfasserin / des Verfassers
  • Studienrichtung
  • Seminarbezeichnung
  • Name des Dozenten / der Dozentin
  • Thema der Arbeit
  • Datum der Abfassung

Verwenden Sie nicht mehr Energie auf die Gestaltung eines tollen Deckblattes als auf Ihren Text!

Das Layout sollte bereits die Struktur eines Textes erkennen lassen und dem Leser das Lesen erleichtern. Dabei sind folgende Punkte zu beachten:

  • Zeilenabstand: 1,3 bis1,5
  • Schriftgröße: 12 Punkte
  • Seitenrand: 3 bis 3,5 cm links, 2,0 cm rechts, 2,5 oben und unten
  • Blocksatz (und gegebenenfalls automatische Silbentrennung)
  • Seitenzählung verwenden und diese auch in der Gliederung angeben.
  • Überschriften aus der Gliederung sollten in den Text übernommen und deutlich hervorgehoben werden.
  • Für weiterführende Gedanken, die nicht in direktem Bezug zum Text stehen oder den Textfluss stören würden, sowie für Verweise auf weiterführende Texte oder Querverweise innerhalb des eigenen Textes empfiehlt es sich, Fußnoten zu verwenden.
  • Längere Zitate können vom Fließtext abgehoben und eingerückt werden. Versuchen Sie jedoch bitte nicht, damit Platz zu schinden.

  • wird in deutscher, oder besser in englischer Sprache verfasst
  • sollte 5 Zeilen nicht überschreiten
  • soll über Inhalt, Argumentationsgang und Ergebnis informieren

  • soll die inhaltliche und logische Struktur des Themas widerspiegeln
  • soll klar und übersichtlich sein
  • soll Inhalte der gleichen Argumentationsebene auf gleicher Untergliederungsstufe präsentieren.

  • soll zur Themenstellung hinführen
  • soll das Thema ein- und abgrenzen und die konkreten Fragestellungen formulieren
  • soll die soziologische Relevanz der Themenstellung deutlich machen
  • nennt Gründe für die Konzentration auf bestimmte Aspekte des Themas
  • gibt einen Überblick über den Aufbau der Arbeit und begründet die Vorgehensweise.

  • enthält die systematische Behandlung des Themas
  • präsentiert die Argumentation, die einem nachvollziehbaren ‚roten Faden’ folgt und in sich konsistent ist
  • enthält einzelne Abschnitte, die in Aufbau und Inhalt der beabsichtigten Argumentationsfolge entsprechen
  • enthält am Ende eines jeden Kapitels Übergänge, die zwischen den einzelnen Kapiteln Verbindungen herstellen (rückblickende Zusammenfassung).

Innerhalb der Kapitel sollte man einem internen Aufbau folgen.

  • enthält eine Zusammenfassung der Ergebnisse
  • beantwortet die eingangs aufgeworfene Fragestellung
  • gibt einen Ausblick auf weiterführende Fragestellungen.

Im Literaturverzeichnis ist die gesamte verwendete Literatur detailliert anzuführen. Umgekehrt sollte allerdings keine Literatur angegeben sein, auf die im Text kein Bezug genommen wird.

Verzichten Sie unbedingt auf Unsinnigkeiten wie z.B.: Reader zum Seminar XY; Mitschriften aus der Vorlesung XY. Texte, die Sie aus Ihrem Seminar-Reader entnehmen, müssen aus der jeweiligen Publikation (also Buch oder Zeitschrift) zitiert werden.

Wikipedia und andere Internet-Lexika sind interessante und gern genutzte Informationsquellen. Sie eignen sich jedoch höchstens zur Beschaffung von Hintergrundinformationen und sind nicht zitierfähig!

Google und andere Suchmaschinen eignen sich nicht zur Literaturrecherche. Nutzen Sie die von der UB und Stabi zur Verfügung gestellten fachspezifischen Datenbanken, wo Sie zu den meisten Texten gleich das Abstract einsehen können!

Inzwischen wird immer öfter - und zum Teil ganz offensichtlich wahllos - aus irgendwelchen Dokumenten im Netz zitiert. Abgesehen von online verfügbaren soziologischen Zeitschriften sind die wenigsten Texte im Internet zitierfähig!

Falls Sie gezielt Ihre Schreibkompetenzen schulen möchten, schauen Sie doch auf die Seiten des Schreibzentrums der LMU. Dort werden zahlreiche Kurse und Workshops angeboten, bis hin zur individuellen Beratung.

Referate

Vor allem in Seminaren werden Sie aufgefordert, Referate abzuhalten. Spezifische Hinweise zum Aufbau und Design Ihrer Vortragsmaterialien sowie zum Vortrag selbst erhalten Sie von der jeweiligen Lehrperson.

Bitte nutzen Sie auch das Angebot der Sprechstunde der jeweiligen Lehrperson. Dort erhalten Sie gezielte, persönliche Hilfe und können spezifische Fragen zu ihrer Arbeit stellen. Die Qualität Ihrer Arbeit sowie Ihre akademische Fähigkeiten werden sicherlich dadurch unterstützt!