In öffentlichen Debatten über soziale Ungleichheit geht es häufig um Unterschiede beim Einkommen. Dabei ist Vermögen eine eigene – und oft noch komplexere – Form von Ungleichheit. Zum Vermögen zählt alles, was eine Person besitzt – etwa Immobilien, Ersparnisse oder Geldanlagen – abzüglich möglicher Schulden. Vermögen ist im Alltag weniger sichtbar als Einkommen und schwerer einzuschätzen. Das wirft wichtige Fragen auf:
- Wer gilt in Deutschland eigentlich als vermögend – und wird das als gerecht empfunden?
- Wo würden Menschen jemanden mit 350.000 € Vermögen einordnen – eher am unteren Ende, in der Mitte oder bei den obersten Prozent der Verteilung?
- Welche Rolle spielen dabei Geschlecht, Migrationshintergrund und die Herkunft des Vermögens?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Perceptions of Wealth Inequality Survey. Das Projekt wurde von einem internationalen Team aus fünf Forschenden im Rahmen der Spring School on Perceptions of Wealth Inequality (SPINE) im März 2025 an der Universität Bamberg entwickelt. Grundlage ist eine deutschlandweit repräsentative Online-Umfrage. Die Teilnehmenden werden gebeten, die wahrgenommene und als fair empfundene Vermögensposition fiktiver Personen einzuschätzen – von Menschen ohne Vermögen bis hin zu Millionär*innen – und darüber nachzudenken, wo sie sich selbst verorten und ob ihrer Meinung nach der Staat für die Organisation von Umverteilung zuständig sein sollte. Das Projekt trägt dazu bei, besser zu verstehen, wie Vorstellungen – und nicht nur Fakten – öffentliche Einstellungen zu Ungleichheit, Gerechtigkeit und der Rolle des Staates prägen.